Nähen

Lecker, Schlammsuppe

29. Januar 2016
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Nach dem Schnee ist vor dem Schnee und umgekehrt. Hier sogar tatsächlich in zeitlich absehbarer Zeit, denn der Schnee und somit die Kälte (oder eher die Kälte und somit der Schnee) sollen am Wochenende wieder eintreffen. Die Kinder genießen somit noch die kurzen schneefreien Tage im Garten. Der Umwelt zuliebe wünsche ich mir natürlich Schnee und frostige Kälte, nichts desto trotz kann man ja das Beste draus machen.

Im Garten wird somit die erste Schlammsuppe des Jahres gekocht, und wie wir festgestellt haben ist auch das mit Eintreffen des Schnees verschwundene Sandgruben-Spielzeug wieder da. Sandkiste wäre bei uns etwas übertrieben. Im Sommer, unter Einsatz meiner Leibeskräfte, grub ich ein großes Loch und füllte es mit Sand.

Die Matschsuppe erinnert mich unweigerlich an meine eigene Kindheit, als wir noch fernab des elterlichen Gartens im Wald umher streunten und in alten Baumstümpfen Matsch kochten. Nagut, eigentlich war es natürlich Hexensuppe.

Das kleine rote Kroatisch-Wörterbuch als antikes Hexenbuch immer im Gepäck. Interessanterweise findet das auch- obwohl schon längst ordentlich im Bücherregal untergebracht- auch bei meinen Kindern wieder seinen ursprünglichen Einsatz- das hexen und zaubern. Kroatisch gelernt hat hier nämlich leider nie jemand.

Matschsuppe brauen gehört für mich zur Kindheit wie.. Ich weiß nicht, es ist einfach ein unweigerlicher Bestandteil dessen und Kinder die keine Marschsuppe kochen haben eindeutig etwas essentielles verpasst. Auch das Umherstreuen im Wald ohne vorhergehende Information unseres Verbleibs gehört für mich zum Kind sein dazu- denke ich zumindest immer mit Wehmut. Denn auch ich nutze das Wörtchen „Heutzutage“, denn heutzutage ist es nunmal einfach anders und die Unbeschwertheit ist ein wenig gewichen. Vielleicht kommt es mir aber auch nur so vor weil ich nun auf der Elternseite des Seins stehe?

Ich wünsche mir ein wenig mehr Back-to-the-roots, zu meinen. Mehr Kinder im Wald, mehr schnell durch das Feld stapfende Kinder auf der Hut vor den wachenden Augen des Bauerns der nebenan wohnt. Ob ich mich selbst überwinde und das meinen Kindern ermöglichen werde und kann? Oder ob sie ohnehin Gefangene ihrer Generation sind und das Smartphone ihren unendlichen kindlichen Horizont ausfüllt? Ich werde es sehen. Der Wald steht jedenfalls noch.

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Schnitt: Ottobre Design 1/2016
Stoff: Jeansjersey Black Star von Lillestoff

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Kommentare

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1 Comment

  • Reply filumas 2. Februar 2016 at 12:02

    Deine Bilder sind so toll! Ich liebe diese Bildstimmung.
    Leider verstehe ich deine Gedanken nur zu gut. Ich werde meinen Sohn eher nicht allein im Wald lassen, zumindest nicht in den nächsten Jahren. Wölfe im Wald, die ich eigentlich mag, aber trotzdem Respekt vor ihnen habe, und viel zu viele schlechte Nachrichten im Fernsehen, die dafür sorgen, dass der kleine lieber im Garten bleibt, solange er es noch zulässt.

    Liebe Grüße
    Christina

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